Auf der am 6.5. im Kolpinghaus Wien-Alsergrund abgehaltenen Ordentlichen Generalversammlung wurden personelle, organisatorische und auch finanzielle Weichenstellungen für die Zukunft gestellt. Im Präsidium und im Vorstand der Gesellschaft gab es einige personelle Veränderungen: Neben BM a.D. Karl Blecha (Präsident) und Prof. Dr. Abdulrahman Aburumieh sowie STS a.D. Dr. Reinhart Waneck (als Vizepräsidenten), die in ihren Funktionen bestätigt wurden, gehört nun auch PORR-Generaldirektor Ing. Karl-Heinz Strauss dem Präsidium als Vizepräsident an. Die bisherigen Vizepräsidenten Mag. Kurt Asamer und Abg.z.NR Wolfgang Großruck schieden aus diesen Funktionen aus. Abg.z.NR a.D. Dr. Kurt Heindl wurde als Geschäftsführender Präsident wiedergewählt, ebenso Fritz Edlinger als Generalsekretär. KR Nabil Kuzbari schied aus der Funktion des Stv. Geschäftsführenden Präsidenten aus. Neu in den Vorstand wurden folgende Damen und Herren gewählt: Vorstandsdir. Günter Dörflinger (Christof Gruppe), LAbg. Mag. Muna Duzdar (Präsidentin der Palästinensisch-Österreichischen Gesellschaft), Abg.z.NR Dr. Christoph Matznetter (Vizepräsident der Wirtschaftskammer) sowie Herr Manuel Ungar (Fa. Duojob). Neu im Kuratorium sind Univ. Prof. Dr. Reinhard Ammer und Univ.Prof. Dr. Maria Deutinger.

Präsident Karl Blecha freute sich, neben ca. 35 GÖAB-Mitgliedern (ca. 8% der gesamten Mitglieder), auch die Botschafter aus Ägypten, Jemen, Marokko, Palästina und Tunesien sowie den Stv. Botschafter Saudi Arabiens begrüßen zu dürfen.

Präsident Karl Blecha verwies in seinem Bericht auf die radikalen Entwicklungen im Nahen Osten, welche vor über zwei Jahren in Tunesien ihren Ausgang genommen haben und die gesamte Arabische Welt bis heute in Atem halten. Leider seien bis dato viele der Hoffnungen und Erwartungen noch nicht erfüllt worden, ja mitunter habe sich die Situation in manchen Staaten sogar spürbar verschlechtert. Der GÖAB-Präsident drückte auch sein tiefes Bedauern aus, dass durch die unausgewogene Politik der Vereinigten Staaten von Amerika und auch einiger europäischer Staaten es nicht nur zu einer Verschärfung mancher Konflikte gekommen sei, sondern auch das Image des „Westens“ im Nahen Osten insgesamt stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Diese Entwicklungen haben leider auch die GÖAB stark geprägt: Im Bereich der Aktivitäten dominieren die Hilfsprojekte, vor allem jene in Ägypten und Libyen, die Arbeit der Gesellschaft und zwar sowohl in personeller als auch in finanzieller Hinsicht. Eine weitere – höchst unangenehme – Auswirkung musste die Gesellschaft auch bei ihren Mitgliedern registrieren. Infolge des radikalen Rückganges der Wirtschaftsbeziehungen hatten wir einen deutlichen Rückgang bei den Sponsor- und Firmenmitgliedern zu verzeichnen. Dies konnte trotz einiger sofort gesetzter Maßnahmen bis dato auch noch nicht kompensiert werden. Dies hat die finanzielle Situation der GÖAB negativ beeinflusst, sodass die Gesellschaft im Gegensatz zu dem geplanten Abbau von Verbindlichkeiten aus den Vorperioden einen geringfügigen Verlust hinnehmen musste.

GF Präsident Dr. Kurt Heindl verwies in seinem kurzen Bericht vor allem auf die umfangreichen humanitären Tätigkeiten der GÖAB. Die Schwerpunkte liegen hier im Irak (seit dem Jahr 2000) und in Ägypten und Libyen (beides seit ca. 2 Jahren). Darüber hinaus bemühe sich die GÖAB auch um weitere Initiativen im Bereich der wirtschaftlichen Beziehungen. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die Neugründung der Österreichisch-Katarischen Vereinigung, auf die Reaktivierung der Österreichisch-Omanischen Gesellschaft sowie auf die in Kürze geplante Gründung der Österreichisch-Saudi-Arabischen Gesellschaft.

GS Fritz Edlinger betonte zu Beginn seines Berichtes nochmals die Rolle der GÖAB als Dachorganisation. Er verwies darauf, dass die GÖAB entweder direkt die Geschäftsführung einiger bilateraler Ländergesellschaften besorge (Jemen, Katar, Marokko, Oman) oder äußerst eng mit den jeweiligen Gesellschaften (Algerien, Palästina) kooperiere. Die Aktivitäten der GÖAB konzentrieren sich vor allem auf die Bereiche: Information – Humanitäres – Wirtschaft – Kultur. Der Generalsekretär verwies in diesem Zusammenhang auf die einmalige Struktur der GÖAB, welche über viele Jahrzehnte aufgebaute Beziehungen und Netzwerke nicht nur für die Durchführung ihrer eigenen Projekte nützen, sondern diese auch den Mitgliedern der Gesellschaft zugänglich machen kann. Vor diesem Hintergrund sehe er daher absolut keinen Gegensatz zwischen wirtschaftlichen und nicht-wirtschaftlichen Beziehungen, ganz im Gegenteil. Fritz Edlinger verwies ausführlich auf die humanitären Projekte der GÖAB: Im Rahmen des seit mehr als 12 Jahren bestehenden Irak-Projektes „Aladins Wunderlampe“ seien im Jahr 2012 23 schwerkranke Kinder aus dem Südirak zu lebensrettenden Operationen nach Europa gebracht
worden, davon 6 nach Österreich. Im Rahmen der vor mehr als zwei Jahren ins Leben gerufenen „Österreichischen Arabienhilfe“ seien drei Ärzteteams nach Libyen und zwei nach Ägypten entsandt worden. Aus den beiden Ländern seien 30 Verletzte/Kranke zur medizinischen Behandlung nach Österreich gebracht worden. In diesem Zusammenhang bedankte sich der GÖAB- Generalsekretär ganz besonders bei den Landesregierungen von Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark, Tirol und Wien sowie bei der Vinzenzgruppe und der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt AUVA. Diese Institutionen haben kostenlose Behandlungsplätze in einem geschätzten Gesamtausmaß von 1 Million Euro zur Verfügung gestellt. Seitens der Österreichischen Bundesregierung hat die GÖAB leider keinerlei finanzielle Unterstützung erhalten, wenn man von der Zur-Verfügung-Stellung eines Herkules-Transportflugzeuges des Österreichischen Bundesheeres für einen Einsatz in Libyen absieht. Abschließend erwähnt Fritz Edlinger noch die bereits von Karl Blecha angesprochene prekäre finanzielle Situation der GÖAB. Angesichts der bereits beschriebenen Entwicklungen konnte der Konsolidierungsprozess der Gesellschaft leider nicht fortgesetzt werden. Da weitere Einsparungsmaßnahmen kaum mehr möglich seien, müsse man sich ganz dringend um zusätzliche Einnahmen umsehen. Im Zusammenhang mit den neuen Gesellschaften für Katar und Saudi Arabien erhoffe er sich doch eine Zunahme der Mitglieder. Eine entscheidende Unterstützung habe die GÖAB im Laufe der letzten 12 Monate von der Fa. PORR erhalten, welche der Gesellschaft auch bis auf weiteres ein kostenloses Büro zur Verfügung stellt.

Prof. Dr. Herbert Strunz kann in seinem kurzen Finanzbericht auf die bereits von Präsident Blecha und GS Edlinger gemachten Ausführungen verweisen. Der Abgang im Jahr 2012 betrug rund EUR 11.000,--, wobei auch hier noch Verbesserungen möglich erscheinen, da einige Verhandlungen mit Gläubigern noch nicht abgeschlossen werden konnten. Alles in allem ist die finanzielle Situation der GÖAB nach wie vor höchst prekär und es sind dringende Maßnahmen, vor allem auf der Einnahmenseite, erforderlich.

Dr. Robert Kobau bestätigte in seinem Bericht der Rechnungsprüfer die in den vorangegangen Berichten gemachten Angaben. Er verweist auch darauf, dass mit einer Ausnahme sämtliche Funktionäre und MitarbeiterInnen der GÖAB ehrenamtlich tätig seien, und bekräftigt daher die Aussagen, wonach eine weitere Einsparung bei den Ausgaben ausgeschlossen sei und somit zusätzliche Einnahmen dringend nötig seien. Zum Abschluss der Generalversammlung bedankte sich der wiedergewählte Präsident Karl Blecha vor allem bei den ausgeschiedenen Funktionären. Er erwähnte vor allem die ausgeschiedenen Vizepräsidenten Kurt Asamer und Wolfgang Großruck (beide entschuldigt), den langjährigen Stv. GF Präsidenten Nabil Kuzbari (ebenfalls entschuldigt) sowie den anwesenden Dr. Fritz Langer, ein GÖAB-Mitglied und Funktionär der ersten Stunde.