Syrienhilfe der "Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen"

Der im März 2011 ausgebrochene Aufstand gegen das syrische Regime ist sehr rasch zu einem grausamen Bürgerkrieg eskaliert, der seinerseits bald zu einem schrecklichen Stellvertreterkrieg regionaler und internationaler Mächte geworden ist. Die GÖAB hat sich von Anbeginn an im Rahmen verschiedener spontaner Hilfsaktionen engagiert. Von einer eigenen Hilfsaktion, wie wir das im Falle von Ägypten, Gaza, Irak und Libyen getan haben, wurde lange Zeit Abstand genommen, da es ohnedies genügend Solidaritäts- und Hilfskomitees gab. Soweit dies sinnvoll und notwendig war, unterstützten wir diese. Mitglieder der GÖAB beteiligten sich an diversen Veranstaltungen und auch an konkreten Hilfsmissionen in die Region.

Ab dem Zeitpunkt, da sich - neben den bereits aus dem Orient nach Europa/Österreich kommenden Flüchtlingen - auch die Zahl der aus Syrien stammenden Asylsuchenden sprunghaft erhöhte, fassten wir den Entschluss zu einer eigenen Syrienhilfe. Im Rahmen dieser Aktion kümmern wir uns nun in erster Linie um die Betreuung von syrischen Flüchtlingen in Wien. An dieser Stelle sei eine kleine Einschränkung angebracht: Im Rahmen unserer in der Folge beschriebenen Projekte betreuen wir neben den aus Syrien stammenden Flüchtlingen auch solche aus anderen arabischen Staaten, vor allem aus dem Irak, aus Palästina und inzwischen auch einige wenige aus dem Jemen und dem Sudan.

Die ersten konkreten Hilfsmaßnahmen wurden im Frühjahr 2015 gesetzt.

Die Syrienhilfe der GÖAB in Schlagworten (Stand Oktober 2016):

Sprachkurse:

Zweifelsohne stellt die möglichst rasche Erlernung der deutschen Sprache eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Integration in Österreich dar. Leider ist das diesbezügliche Angebot nach wie vor bei weitem nicht ausreichend, sodass wir in Zusammenarbeit mit der privaten Wiener Sprachschule Sphinx Lingua, deren Eigentümerin ein langjähriges Mitglied unserer Gesellschaft ist, Deutschkurse für Erwachsene anbieten. Die ersten drei Kurse (Niveau A1, A2 und B2) konnten im Dezember 2015 begonnen werden, welche vom Österreichischen Integrationsfonds finanziert worden sind. Seit damals laufen ständig 3-4 parallele Kurse auf unterschiedlichem Niveau. Die Kurse sind sehr gut angekommen, wir haben bereits längere Wartelisten für weitere Kurse. In Ausnahmefällen ermöglichen wir auch die Teilnahme von Personen, die noch nicht den Status eines anerkannten Flüchtlings oder eines subsidiär Schutzberechtigten erhalten haben. Die anfallenden Kosten tragen wir gemeinsam mit der Sprachschule.

Neben den formellen Sprachkursen bieten wir auch Konversations- und Übungskurse auf unterschiedlichem Sprachniveau an. Diese werden in dem von der GÖAB mitbegründeten Österreichisch-Arabischen Begegnungszentrum (ÖAB) in 1030 Wien, Kegelgasse 25 durchgeführt. Derzeit bieten wir außer Sonntag täglich Kurse an, der Ansturm ist beträchtlich. Unser Lehrerinnenteam besteht aus insgesamt 8 Personen, davon 3 AHS-Deutschprofessorinnen, 3 Studentinnen und 2 Sonstige. Eine Lehrerin hat Arabisch und Deutsch als Muttersprache, zwei weitere haben gute Arabischkenntnisse. Im Rahmen dieser Kurse betreuen wir ca. 200 Personen.

Seit Juni 2016 bieten wir auch Arabischkurse an. Unsere diversen österreichischen VoluntärInnen haben zunächst Interesse gezeigt, eine informelle Ausschreibung über soziale Medien hat ca. 30 InteressentInnen gebracht. Der Unterricht wird von Herrn Anwar Ali, einem an der Universität Damaskus ausgebildeten und dort tätig gewesenen Lehrer, gegeben. Ab Anfang Oktober wird der Kurs nun in einer Anfänger- und in einer Fortgeschrittenengruppe geführt. Diese Kurse sollen einerseits zusätzliche Gelegenheit zu näherem Kennenlernen geben sowie andererseits die Gruppenbildung unserer KlientenInnen und BetreuerInnen fördern.

"Frauenkurs":

Ein erster Versuch mit einem eigenen "Frauenkurs", der von einer Lehrerin, welche Arabisch und Deutsch als Muttersprache hat, ist leider nach gutem Beginn gescheitert. Hier sollten verschiedene Elemente (Sprache, spezifische Frauenfragen, Fragen des täglichen Lebens etc.) miteinander kombiniert werden. Aufgrund der spezifischen Mehrfachbelastungen war die regelmäßige Teilnahme der Teilnehmerinnen nicht gesichert. Derzeit wird eine genaue Evaluierung durchgeführt, da wir gerne diesen Kurs wieder aufnehmen möchten.

Kurse für schulpflichtige Kinder/Jugendliche:

Angesichts der nach wie höchst unzulänglichen Situation mit dem Deutschunterricht schulpflichtiger Kinder haben sich immer wieder Eltern mit der Bitte um konkrete Unterstützung an uns gewandt. Es bestehen hier einige konkrete Projekte zur Organisierung von Nachhilfe- und Förderunterricht. Ein erster höchst erfolgreich verlaufener Test ist nun im August 2016 durchgeführt worden. Zur Überbrückung der Sommermonate haben wir mit relativ kurzfristiger Vorbereitungszeit einen Deutschkurs für schulpflichtige Kinder und Jugendliche ausgeschrieben. Innerhalb weniger Tage hatten wir 85 Anmeldungen. Wir konnten daher den Kurs (der jeden Tag von 9.00 bis 12.00 stattfand) nicht in unserem Zentrum in der Kegelgasse durchführen, sondern mussten in die Lokalitäten der Wiener Bildungsakademie ausweichen. Dort wurde in vier unterschiedlichen Alters- und Leistungsgruppen unterrichtet, jeden Mittwoch fand ein Lehrausgang statt. Obwohl die organisatorischen und personellen Voraussetzungen aufgrund der relativ kurzen Vorbereitungszeit nicht besonders optimal waren, haben immerhin 65 Kinder/Jugendliche den Kurs abgeschlossen. In der letzten Woche des Kurses hat eine unserer Lehrerinnen auch individuelle Stunden gegeben, nicht zuletzt auch mit der Motivation, die weitere Schullaufbahn einzelner Kinder besser abschätzen zu können. Sowohl die Eltern als auch die teilnehmenden Kinder/Jugendlichen waren sehr zufrieden.

Bereits unmittelbar nach Abschluss des Kurses, sicherlich auch als Resultat der Einzelstunden, ist immer wieder der Wunsch an uns herangetragen worden, zusätzlich zum regulären Deutschunterricht in den Schulen Förderstunden zu organisieren. Wir sind gegenwärtig dabei, hier ein kurzfristiges Angebot auf die Beine zu stellen, längerfristig verfolgen wir aber bereits ein Projekt, ein größeres und absolut professionelles Angebot anbieten zu können. Erste Gespräche mit dem Wiener Stadtschulrat haben schon stattgefunden und verliefen durchaus positiv. Es besteht also der Plan, ab Sommersemester 2017 zumindest in einigen Wiener Bezirken ein solches Projekt zu realisieren.

Spezielle Vorträge:

Für die von uns betreuten KlientInnen (dzt. insgesamt 150-200 Familien) bieten wir auch verschiedene Fachvorträge und Informationsveranstaltungen an. Bislang waren dies zwei medizinische Vorträge, ein allgemein landeskundlicher (über Wien) sowie ein Willkommensvortrag von Muna Duzdar. Bisher wurden diese Vorträge entweder in Arabisch oder in Übersetzung gehalten. Sobald das Deutschniveau ausreichend ist, werden wir dieses Angebot auf jeden Fall ausweiten. Hier wollen wir uns dann vor allem auf Informationen über die Gesellschaft in Österreich, über soziale und rechtliche Fragen etc. konzentrieren. Wichtig ist es uns auch, Begegnungsabende zwischen Flüchtlingen und angestammten Wienerinnen und Wienern zu organisieren. Dies soll das gegenseitige Verständnis fördern und die Integration der "Neo-ÖsterreicherInnen" fördern. Die ersten derartigen Abende sollen auf jeden Fall noch vor Ende 2016 stattfinden.

Soziale Events:

Im Zentrum werden auch regelmäßig kulturelle und gesellige Veranstaltungen durchgeführt. Bislang war dies ein Eröffnungsfest, ein Fest anlässlich der ersten Zeugnisverteilung der Deutschkurse sowie ein Konzert- und Tanzabend. Während des Ramadan wurden auch einige Iftars (Fastenbrechen-Essen) durchgeführt, zu welchen auch einheimische Nicht-Moslems eingeladen worden sind. Wir legen bei diesen Veranstaltungen großen Wert auf ein möglichst gemischtes Publikum, da die Begegnung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen eine wichtige Voraussetzung für die weitere Integration der Flüchtlinge ist.

Schwerpunkt Syrische Ärzte und Ärztinnen:

Derzeit halten sich ca. 200 aus arabischen Ländern geflohene Ärzte und Ärztinnen in Wien auf, davon ca. 90% aus Syrien. Angesichts der relativ komplizierten und bürokratischen Vorschriften ist es für diese ziemlich schwierig und zeitaufwändig, wieder in ihren Berufen tätig werden zu können. Das sogenannte Nostrifizierungsverfahren verlangt - im Gegensatz z.B. zu den einschlägigen Bestimmungen in Deutschland - eine Reihe zusätzlicher Prüfungen und Tests, ganz abgesehen von den nötigen Deutschkenntnissen. Gemeinsam mit der Österreichisch-Arabischen Ärzte- und Apothekervereinigung unterstützen wir die syrischen Ärzte und Ärztinnen, zunächst mit Deutschkursen, danach aber auch mit speziellen Fachsprachkursen sowie mit individuellen Unterstützungsmaßnahmen wie der Zur-Verfügung-Stellung von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten als Mentoren. Für dieses besonders wichtige Projekt haben wir im Rahmen der GÖAB eine eigene Medizinische Task Force eingerichtet. (Dank des Engagements dieser Task Force konnten wir bereits einige "Gastarztstellen" in Wiener Spitälern vermitteln.)

Unser einschlägiges Engagement wurde auch von den zuständigen Behörden insoferne anerkannt, dass uns das Arbeitsmarktservice (AMS) als Mitglied einer speziellen Arbeitsgruppe berufen hat, welche syrischen AkademikerInnen die Anerkennung ihrer Ausbildung und die möglichst rasche Integration in den heimischen Arbeitsmarkt erleichtern soll. Bislang hat es derartige Zielgruppenveranstaltungen für Ärzte, Apotheker und Techniker gegeben.

Unterstützung für syrische Unternehmer:

Ein ganz spezielles, derzeit in Vorbereitung befindliches Projekt betrifft die Unterstützung aus Syrien nach Österreich geflohener Unternehmer und Geschäftsleute. Nach unseren Schätzungen handelt es sich um eine Gruppe von sicherlich einigen Hundert Personen, welche in ihrer Heimat durchaus erfolgreiche Unternehmen aufgebaut hatten. Die betroffenen Personen haben nicht nur ihre Unternehmen sondern zumeist auch den Großteil ihres Vermögens verloren. Was sie aber nicht verloren haben, sind ihre beruflichen Fähigkeiten, ihre geschäftlichen Beziehungen, ihren Optimismus und den Willen, in Europa neu beginnen zu wollen. Dabei wollen wir sie tatkräftig unterstützen.

Vorbereitende Gespräche mit dem Austria Wirtschaftsservice (AWS) und der Wirtschaftsagentur Wien haben bereits stattgefunden, weitere mit dem AMS, der Wirtschaftskammer und der Wien Holding sind in Vorbereitung..

Mentoren:

Zur weiteren Unterstützung bei der sozialen Integration in Österreich stellen wir jeder der von uns betreuten Familien auch einen österreichischen Mentor/eine Mentorin zur Seite. Dabei handelt es sich in erster Linie um sozial etablierte Familien, welche den Flüchtlingsfamilien vor allem bei sozialen Fragen und bei der weiteren sozialen Integration zur Seite stehen.

Wohnungssuche:

Mit der Hilfe einiger Mitglieder und FreundInnen der GÖAB konnten wir auch bereits anerkannten Flüchtlingsfamilien bei der Suche nach erschwinglichem Wohnraum behilflich sein. Wir sind jedenfalls auch weiterhin auf der Suche nach erschwinglichen Unterbringungsmöglichkeiten.

Das Österreichisch-Arabische Begegnungszentrum (ÖAB):

Das Österreichisch-Arabische Begegnungszentrum (ÖAB) in 1030 Wien, Kegelgasse 25 ist der zentrale Ort für die meisten der oben genannten Projekte. Es ist dies ein ca. 200qm großes Souterrainlokal, welches in den letzten Jahren von der Palästinensischen Gemeinde benutzt worden ist. Das Zentrum wird gemeinsam von der GÖAB mit dem Anfang 2016 gegründeten Verein "Österreichisch-Arabisches Begegnungszentrum" geführt. Wie die Bezeichnung des Zentrums bereits andeutet, soll es längerfristig auch eine Plattform für interkulturelle Begegnungen und Projekte werden. Die Flüchtlinge sollen sich so rasch wie möglich als akzeptierter Teil der Wiener Bevölkerung fühlen.

Übrigens hat der ÖAB-Präsident Said Khadra auch auf Facebook eine eigene arabische Seite eingerichtet, welche über unsere laufenden Aktivitäten informiert und sehr stark frequentiert wird. Dies ist eine wichtige Komponente bei der Mobilisierung und Betreuung weiterer KlientInnen. Eine Webseite von ÖAB ist in Vorbereitung. Auf der Facebook-Seite der GÖAB wird ebenfalls regelmäßig über unsere Aktivitäten informiert.

Grundsätze unserer Integrationsarbeit:

Aufgrund unserer jahrzehntelangen Erfahrung mit Projekten im und für den Nahen Osten verfügen wir über ausreichendes Know-how für Projekte dieser Art. Im Gegensatz zu manchen mehr oder minder kompetenten Akteuren gehen wir davon aus, dass die Integration von Flüchtlingen aus dem Orient nicht einfach darin bestehen kann, den Asylwerbern unsere „Werte“ als unabänderbare Tatsachen aufzuzwingen, die eine kritiklose Assimilation erfordern. Wir anerkennen sehr wohl die eigene Identität der aus Kriegsgebieten geflohenen Menschen, bei denen es sich sehr oft nicht um ungebildete Analphabeten handelt sondern um Angehörige eines sehr alten Kulturvolkes. Dies trifft vor allem auf die Flüchtlinge aus Syrien aber auch aus dem Irak zu. Ihre Integration in Österreich sollte also aus einem Prozess des Gebens und Nehmens bestehen, die von beiden Seiten Geduld und Lernbereitschaft erfordert. Diese Menschen verfügen über eine Menge an Qualifikationen, welche sehr wohl auch für Österreich von Nutzen sein können. Kurzum: Es geht um eine Interaktion auf gleicher Augenhöhe, welche sehr wohl auch die Erfahrungen und die eigenen Traditionen und Werte respektiert, die zugewanderten Menschen willkommen heißt und durchaus auch als Bereicherung unserer eigenen Gesellschaft betrachtet. Gerade in Zeiten, da es auch in Österreich und Europa höchst problematische und bedrohliche Entwicklungstendenzen gibt, sollten wir die Chance zu einer positiven Weiterentwicklung unserer eigenen Gesellschaft ergreifen. Die Arbeit mit den Flüchtlingen zeigt uns immer wieder unsere eigenen Fehler und Defizite auf, die es zu ändern gilt. Es besteht also die Chance, dass wir gemeinsam eine bessere, offenere und tolerantere Gesellschaft bauen. Und dieser Prozess kann nur aus einem Aufeinander-Zugehen bestehen. Es wird nicht leicht und ohne Rückschläge gehen, es bestehen aber durchaus Chancen.

Das Team der GÖAB:

Fritz Edlinger Koordination

Hammam Abu Alkass Assistenz, Übersetzungen

Dipl. Ing. Said Khadra soziale Betreuung, verantwortlich für das Begegnungszentrum (ÖAB)

Mag. Barbara Kaupa-Handl Sprachkurse, pädagogische Beratung

Ilse Barta Konversationskurse

Dr. Beatrix Blaha-Hausner soziale, psychologische Betreuung, Medizin

Prof. Dr. Maria Deutinger medizinische Betreuung

Hanan Abdelrazzak Deutschkurse, bes."Frauenkurse"

Kontakt:

Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen

A-1100 Wien, Laaer-Berg-Straße 43

Tel. 01 5267810, Fax. 01 5267795, E-Mail: office.vienna@saar.at

Fritz Edlinger: E-Mail: f.edlinger@saar.at, Mobiltelefon 0664 1004142.

Webseite: www.saar.at

Facebook: Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen
Österreichisch-Arabisches Begegnungszentrum (ÖAB)
p.A. GÖAB
A-1100 Wien, Laaer-Berg-Straße 43

Kooperationspartner:
AMS
Fonds Soziales Wien
Magistratsabteilung 17
Österreichisch-Arabische Ärzte- und Apothekervereinigung
Österreichischer Integrationsfonds
Sphinx Lingua Sprachschule

Abschließend sei noch erwähnt, dass wir selbstverständlich auch in Einzelfällen unsere Hilfe für in Not geratene und unserer Unterstützung bedürfende Menschen aus anderen Teilen des Nahen Osten anbieten.

Erstes "Begegnungstreffen" unserer Flüchtlinge mit BewohnerInnen des 3. Bezirkes

Am Do, 15.12. fand im Österreichisch-Arabischen Begegnungszentrum das erste Begegnungstreffen unserer Flüchtlinge mit BezirkspolitikerInnen des 3. Bezirkes statt. Unser Team war ebenfalls vollständig vertreten. Insgesamt trafen sich also rund 60 Menschen zu einer ersten persönlichen Begegnung. Dieser Versuch war äußerst erfolgreich. Vom ersten Moment an gab es anregende Gespräche auf gleicher Augenhöhe, unsere Ängste, dass es vielleicht etwas schwierig sein wird, ins Gespräch zu kommen, haben sich als völlig unbegründet erwiesen. Der eigens engagierte Moderator hat sich daher von Anfang an bei den einzelnen Gesprächen engagiert. Das Ergebnis hat unsere höchstgesteckten Erwartungen noch übertroffen: Die Flüchtlinge haben sofort weitere derartige Begegnungen vorgeschlagen (was auch in Zukunft einmal pro Monat stattfinden wird) und die Bezirksfunktionäre haben gleich einige konkrete Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten, vor allem im Sport- und Freizeitbereich gemacht. Auch gegenseitige Essenseinladungen wurden bereits ausgetauscht. Somit ist ein erster wichtiger Schritt, nämlich der des direkten persönlichen Kontakes zwischen Neo- und Alt-WienerInnen, geschafft. Integration kann durchaus einfacher sein, als manche es befürchten (oder gar haben wollen), wenn man es richtig und mit gutem Willen macht. Wir sind auf einem guten Weg.....

Das war eine gelungene Weihnachtsfeier!


Am 17.12. fand in der Kegelgasse unsere erste gemeinsame Weihnachtsfeier im Rahmen des "Österreichisch-Arabischen Begegnungszentrums" statt. Die meisten der Besucherinnen und Besucher waren natürlich keine Christen, aber auch sie freuten sich über die überkonfessionelle Bedeutung des Festes: Liebe und Freundschaft. Das Haus war übervoll, es kamen viele unserer Flüchtlingsfamilien samt Kindern, unser komplettes Team und auch einige österreichische Freundinnen und Freunde. Das Essen war - wie immer - ganz hervorragend, die Dabkegruppe Handala gab eine tolle Vorführung, somit war die Stimmung trotz vieler Erinnerungen an die Ereignisse des vergangenen Jahres recht gut. Natürlich waren Viele in ihren Gedanken bei ihren Freunden und Verwandten in der Heimat, die es leider nicht geschafft haben, dem Wahnsinn des Krieges zu entkommen. Daher war dieses kleine Fest auch eine Manifestation für Frieden und Völkerverständigung und gegen Krieg und Terror!





Malworkshops mit syrischen Flüchtlingskindern in Ottakring, Döbling und Favoriten.



Gemeinsam mit der Sprachschule Sphinx Lingua konnten im Dezember die ersten Deutschkurse begonnen werden




Das Österreichisch-Arabisches Begegnungszentrum in 1030, Kegelgasse 25 ist zwar offiziell noch nicht eröffnet, es gibt aber schon erste Aktivitäten. Hier ein Sprachkurs für palästinensische Flüchtlinge aus Syrien.



Am 26.2. gingen unsere ersten Deutschkurse zuende. Alle TeilnehmerInnen haben sehr erfolgreich abgeschnitten. In einer Woche geht es bereits auf einem höheren Niveau weiter. Herzlicher Dank geht auch an Angelika Radax und den Lehrerinnen und Lehrern von Spinx Lingua.